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Der Begriff Partizipation taucht in der pädagogischen und politischen Diskussion immer häufiger auf. Er beschreibt die Teilhabe, Mitsprache, Mitbestimmung und Mitgestaltung in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens. Er definiert aber auch einen Aspekt der unser Zusammenleben in der Gesellschaft betrifft: Demokratie. Mehr Demokratie wagen durch mehr Teilhabe der Bürger an kommunal-, landes- und bundespolitischen Entscheidungen.

Partizipation von Kindern in Kitas bedeutet, dass Kinder an der Gestaltung des pädagogischen Alltages in der Kindergruppe beteiligt sind; das bedeutet aber auch, dass sie an der Gestaltung der Rahmenbedingungen beteiligt sind. Die Formulierung, dass die Kinder ihren altersgemäßen Fähigkeiten entsprechend an den sie betreffenden Prozessen und Entscheidungen beteiligt sein müssen, ist dabei eher hinderlich. Setzt sich doch sehr schnell in unseren Erwachsenenköpfen die Überlegung fest, dass Kinder in entsprechenden Altersstufen etwas nicht können. Defizite in unterschiedlichen Entwicklungsphasen sollten nicht der Ausgangspunkt für pädagogische Konzepte, Angebote und Begleitprozesse sein.  Viel eher und sehr viel konsequenter muss die Frage in den Vordergrund rücken: Wenn ich dies oder jenes Ziel erreichen will, „etwas im Interesse der Kinder vorhabe“, was muss ich machen, damit z.B. auch das Kleinkind daran teilhaben kann? 

Deshalb ist Partizipation kein Thema für bestimmte Altersstufen, für bestimmte Projekte und Vorhaben, sondern eine Haltung, eine Grundposition. Es ist eine Frage des Respekts den Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen gegenüber. Es bedeutet den Partner, die Partnerin ernst zu nehmen, ihr zuzutrauen, dass sie fähig ist etwas zum gemeinsamen Vorhaben beizutragen.  

Die Beteiligung, Teilhabe oder Partizipation beinhaltet aber auch die Verteilung von Verantwortlichkeiten. Sie machen die Personen, mit denen ich zu tun haben, „für die ich verantwortlich“ bin (als Eltern, als ErzieherInnen, als Lehrer, als PolitikerInnen) zu mitverantwortlichen PartnerInnen.